Ab April wurde jede Woche für diesen Anlass trainiert. Wir testeten auch die verschiedenen Temperaturen – wir waren auf alles gefasst, sogar auf Schnee. Glücklicherweise trafen die schlimmsten Befürchtungen nicht ein.
Am Samstag vor der Abreise nach Arosa ist der Worst Case eingetreten: Ich habe mir den Zeh gebrochen. Christine musste deshalb ihr Programm sehr kurzfristig ändern und als Spielerin einspringen, was sie souverän gemeistert hat. Als verletzte Spielerin bzw. Non-Playing Captain durfte ich das Seniorinnen-Team nach Arosa begleiten. Arosa ist der perfekte Zufluchtsort vor der drückenden Hitze im Unterland. Nachdem wir letztes Jahr den Gruppenerhalt um einen Punkt verpasst hatten, war unser Ziel klar: wir wollten wieder in die Gruppe 2. Das bedeute, dass wir nach 2 Tagen auf den Plätzen eins bis drei liegen mussten.
Arosa liegt auf rund 1800 Metern über Meer. Um uns gut akklimatisieren zu können, reisten wir bereits am Dienstag an. Im Hotel Hof Maran wurden wir herzlich willkommen geheissen. Nach dem Zimmerbezug unternahmen wir einen gemütlichen Spaziergang zum Obersee und gönnten uns einen kleinen Lunch. Zurück im Hotel versammelten wir uns auf dem Putting Green zum Schwedenputten, was für eine lustige Abwechslung sorgte. Die Driving Range befindet sich quasi direkt vor der Zimmertür. Perfekt.
Beim Nachtessen verteilten Daniela und ich kleine Überraschungstüten mit gesunden und süssen Leckereien sowie einem von Katrin Compostella bemalten Glücksstein. Katrin, vielen herzlichen Dank dafür!
Nach einer ruhigen Nacht mit mehr oder weniger Schlaf und einem ausgiebigen Frühstück starteten die sechs Spielerinnen Daniela Pulfer, Marianne Gantner, Michèle Reutimann, Connie Sullivan, Cordelia Fontana und Christine Pfister mit der Proberunde. Dabei sollte sich zeigen, wer die geraden oder ungeraden Löcher übernimmt. Der Par-65-Kurs im leicht hügeligen Terrain und mit zum Teil engen Fairways erfordert ein strategisches Spiel. Wer kann diese Vorgabe am besten umsetzen?
Kurz vor dem Start der Proberunde erreichte uns die Nachricht von Swiss Golf, dass es in diesem Jahr keine Auf- und Absteiger geben werde. Aufgrund der Hitze im Unterland und des Verbots von sportlichen Veranstaltungen in Frankreich (der GC Esery war ein Austragungsort bei den Herren) wurde nach intensiver Diskussion dieser Beschluss gefasst.
Bei erneut herrlichem Wetter und sehr angenehmen Temperaturen von rund 25 Grad begann der erste Wettkampftag in Arosa. Als Non-Playing Captain begleitete ich die Teams. Wenn man selbst nicht eingreifen kann ist das mental fast anstrengender, als selbst zu spielen. Der Start ist geglückt und am Ende des Tages belegte Oberkirch den dritten Platz.
Das gemeinsame Abendessen aller teilnehmenden Teams fand im Hotel Prätschli statt. Der Apéro wurde auf der Panoramaterrasse serviert. Von hier oben hatten wir eine wunderbare Aussicht auf Arosa und die Berge.
Am Freitag um 6:30 Uhr startete der erste Flight zum Einzel-Stroke-Play. Vom Hotelzimmer, vom Fairwayrand und als Caddie begleitete und beobachtete ich meine Teamkolleginnen. Durch das Live-Scoring konnte ich immer wieder sehen, wie gespielt wurde. Mal sah ich erfreuliche, mal weniger schöne Ergebnisse. Die Greens zeigten ihre Zähne und so verpasste manch ein Putt sein Ziel. Oberkirch bewegte sich immer in den vorderen Rängen. Irgendwann war klar: Die ersten beiden Plätze waren vergeben, aber der dritte Platz war noch möglich. Leider reichte es am Ende mit vier Punkten Rückstand nur für den fünften Platz. Die Medaillen gingen an Ascona, Davos und Gstaad-Saanenland.
Jetzt ist Durchatmen und Regenerieren angesagt. Vielen herzlichen Dank ans Team Oberkirch!
Jeanette Siegenthaler



















